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GESCHICHTE

Die Dominikanische Republik wurde am 5. Dezember 1492 bei der ersten Reise in die Neue Welt von Christoph Kolumbus entdeckt. In dieser Zeit hieß die Insel, die von Kolumbus La Española genannt wurde, bei den Taíno Indianern welche die Insel bevölkerten "Quisqueya". Mit einer geschätzten Bevölkerung von 600.000 Einwohnern waren die Taínos friedlebend und gastfreundlich zu den Männern von Christoph Kolumbus. Die ausgiebigen Goldlagerstätten in den Flüssen der Insel, die von den Leuten von Kolumbus entdeckt wurden, führten zu den ersten Ansiedlungen der Europäer, welche die Taíno Indianer immer mehr versklavten und letztendlich auslöschten.
  
Taino Handwerk
Bartolomé, der Bruder von Kolumbus, wurde zum Gouverneur von La Española ernannt und 1496 begründete er die Stadt Santo Domingo (die heutige Hauptstadt der Dominikanischen Republik).

Die Insel La Española war bis 1697 unter spanischem Einfluss als der westliche Teil in französischen Besitz geriet.

Im Jahr 1804 wandelte sich der westliche Teil in die Republik Haiti. Dieses westliche Gebiet der Insel, das die Franzosen "Saint Domingue" nannten, entwickelte sich zur reichsten Kolonie auf der Welt, dank der großen Zuckerrohr Plantagen, in denen hunderttausende Sklaven aus Afrika arbeiteten.

Im Jahre 1809 kam der Ostteil der Insel wieder unter spanische Kontrolle.

Im Jahre 1821 erklärte sich die spanische Bevölkerung unabhängig, aber einige Wochen später fielen die Haitianischen Streitkräfte in den Ostteil ein und nahmen Santo Domingo ein.

In den nächsten 22 Jahren war die ganze Insel unter dem Einfluss von Haiti.
Erste Republik

Am 27. Februar 1844 trennte sich Santo Domingo von Haiti und wurde unabhängig von der spanischen Krone. Das Land gab sich den Namen Dominikanische Republik.

Juan Pablo Duarte, der zusammen mit Ramón Mella und Francisco Sánchez 1838 die Organisation "La Trinitaria" gründete, die sich für die Unabhängigkeit des Landes von Spanien einsetzte, der aber während der Besetzung seines Landes durch Haiti ins Exil musste, wurde die Präsidentschaft angeboten. Er strebte jedoch freie Wahlen an, wurde aber von Pedro Santana erneut ins Exil gezwungen.

Santana wurde erster Präsident und blieb es bis 1861.

Von 1849 bis 1859 wurden in erbitterten Kriegen Rückeroberungsversuche Haitis abgewehrt.


Erneute spanische Herrschaft (1861 bis 1865)

Von 1861 bis 1865 unterstellte Pedro Santana die Republik zur Abwehr neuer haitianischer Angriffe wieder der spanischen Verwaltung. Santana wurde Generalkapitän der wiederum spanischen Provinz Santo Domingo.

1863 begann ein Restaurationskrieg zur Wiedererlangung der Eigenstaatlichkeit.


Zweite Republik (1865 bis 1916)

Am 3. März 1865 kam es zur erneuten Trennung von Spanien und zur endgültigen Restauration der Eigenstaatlichkeit der Dominikanischen Republik.

1871 scheiterte der Versuch, die Republik den Vereinigten Staaten anzuschließen, an einer knappen Abstimmung im US-Kongress.

1874 schloss man einen Friedensvertrag mit Haiti.
Karte der Hispanola Insel
Die Karibik am Ende des 19. Jahrhunderts

Von 1882 bis 1899 herrschte Ulises Heureaux als Diktator über den Staat.

1899 wurde er ermordet. Die Staatsverschuldung hatte zu dieser Zeit schon phantastische Ausmaße erreicht und wuchs noch weiter. Es folgten ruinöse Zustände und zahlreiche Regierungswechsel.

1905 und 1907 kam es schließlich zu Militärinterventionen durch die USA, die sich in einer am 8. Februar 1907 in Santo Domingo unterzeichneten Konvention der Finanzkontrolle des Landes bemächtigten.

Diese Kontrolle wurde 1940 aufgehoben.


Amerikanische Besatzung (1916 bis 1924)

Von 1916 bis 1924 wurde die Dominikanische Republik durch die USA besetzt. Um 1920 zählte die Republik rund 1 Million Einwohner.


Dritte Republik (1924 bis 1930)

Der amerikanischen Besetzung folgten einige Jahre demokratischer Regierungsführung.


Diktatur Trujillo (1930 bis 1961)

1930 stürzte der Armeegeneral Rafael Trujillo die Demokratie und regierte den östlichen Teil der Insel mit eiserner Faust. Seine Modernisierungsversuche schlugen fehl; indes führten Missmanagement und Korruption zum wirtschaftlichen Niedergang der Insel.

1960 verhängte die Organisation amerikanischer Staaten (OAS) Sanktionen gegen das Land wegen Trujillos Beteiligung an dem Mordversuch an dem venezolanischen Präsidenten Romulo Betancourt.
  
Diktator Trujillo
Jüdische Emigration

1938 öffnete Trujillo sein Land für jüdische Emigranten aus Europa, nachdem eine internationale Flüchtlingskonferenz in Evian sich nicht darauf verständigen konnte, welche Länder die etwa 300.000 deutschen Juden aufnehmen sollten, die aus Hitlerdeutschland geflohen waren. Trujillo bot diesen an, sich an der Nordküste, rund um die Gemeinde Sosúa, anzusiedeln. Insgesamt 100.000 Menschen wollte Trujillo aufnehmen, tatsächlich aber kamen bis Ende 1941, dem Kriegseintritt der USA, nur etwa 800 Juden aus Europa. Zu ihnen gehörte auch die 2006 gestorbene Dichterin Hilde Domin und ihr damals bekannterer Mann Erwin Walter Palm. Trujillo handelte nicht aus humanitären Gründen. Der Diktator, der nach Unruhen die Macht im Land mit Hilfe Washingtons erlangt hatte und im Gegenzug amerikanische Wirtschaftsinteressen in der Region unterstützte, war ein Rassist. Er hoffte, mit Hilfe der Emigranten die Bevölkerung seines Landes „aufzuweißen“. Außerdem spekulierte er auf Dankbarkeit und Unterstützung vermeintlich reicher, einflussreicher Juden in den USA. Davon ahnten die Flüchtlinge, die in sein Land kamen, jedoch zunächst nichts. In vielen Fällen handelte es sich um Deutsche, die bis 1939 in Frankreich Asyl gefunden hatten. Im Frühjahr 1939 verweigerten die französischen Behörden – ohne Angabe von Gründen – vielen dieser jüdischen Emigranten eine Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung.

Eine extra gegründete Organisation, die „Dominican Republic Settlement Association“ (Dorsa) kaufte dem Diktator ein brachliegendes Gelände einer ehemaligen Bananenplantage bei Sosúa ab. Die Dorsa rekrutierte in ganz Europa geflohene Juden und sammelte Spendengelder, um die diplomatisch komplizierte und zudem teure Weltreise zu organisieren. Sie wollte ein landwirtschaftliches Musterprojekt, den ersten Kibbuz in der Karibik, aufbauen, was nach vielen wirtschaftlichen Rückschlägen gelang.
1942 war eine florierende Kleinstadt entstanden. Ein großes soziales Problem war der Frauenmangel, da viele Siedler kaum Spanisch sprachen und aus religiösen Gründen keine Dominikanerin heiraten wollten.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wanderten die meisten Flüchtlinge weiter in die USA oder nach Israel aus, nur wenige kehrten nach Deutschland zurück. In Sosúa gibt es allerdings bis heute eine kleine jüdische Gemeinde.


Chaos und Militärregierung (1961 bis 1965)

Als der Diktator 1961 einem Attentat zum Opfer fiel, wurde das Land von einer innenpolitischen Krise nach der anderen erschüttert.

Monatelangen Unruhen folgte die erste demokratische Präsidentschaftswahl, bei der 1962 Juan Bosch, der Spitzenkandidat der Revolutionären Dominikanischen Partei, des Partido Revolutionario Dominicano (PRD) gewann.

Diesen setzte aber noch im gleichen Jahr eine Militärjunta ab, welche wiederum 1965 mit amerikanischer Unterstützung in der Operation Power Pack von anderen Armeeeinheiten der politischen Macht enthoben wurde.
  
Kolumbus Denkmal
Vierte Republik (seit 1965)

Diese instabile politische Lage nach dem Tod Trujillos beendete 1965 der Einmarsch von Truppen der USA und der OAS. Der 1966 mit Unterstützung der USA gewählte Joaquín Antonio Balaguer Ricardo, der letzte Mann aus der Ära des Diktators Trujillo, regierte bis 1978.

Sein Nachfolger im Präsidentenamt wurde Antonio Guzman Fernandez, der 1982 wegen Korruptionsvorwürfen Selbstmord beging. Dessen Nachfolger im Amt wurde Salvador Jorge Blanco, welcher allerdings 1986 das Amt an seinen Vorgänger Balaguer verlor.

Die Präsidentschaftswahlen 1990 und 1994 bestätigten Balaguer im Amt, letztere galten aber als manipuliert. Unter nationalem und internationalem Druck zog der damals schon völlig blinde Staatschef die nächsten Präsidentschaftswahlen auf 1996 vor. Diese gewann Leonel Fernández Reyna.

Mit der Präsidentschaftswahl 1996 übernahm zum ersten Mal ein Politiker der jüngeren Generation die politische Führung des Landes.
Die Wahlen 2000 gewann Rafael Hipólito Mejía Domínguez. Dieser gab das Amt 2004 wieder an Leonel Fernández Reyna ab.

Auch nach seinem dritten Machtantritt 2008 findet Präsident Leonel Fernández Reyna mit seinem Programm "Sicheres Viertel" ( = größere Polizeipräsenz in den Armenvierteln) große Zustimmung in der Bevölkerung. Im Parlament konnte aber auch bei den Wahlen 2006 seine Partido de la Liberación Dominicana (PLD), Partei der Dominikanischen Befreiung, keine Mehrheit erringen. Er muss dort deshalb weiterhin gegen eine oppositionelle Mehrheit der sozialdemokratischen Revolutionären Dominikanischen Partei (Partido Revolutionario Dominicana, PRD) und der rechtskonservativen Sozialchristlichen Reformistischen Partei (Partido Reformista Social Cristiano, PRSC) regieren.

Die Dominikanische Republik hat im Mai 2012 einen neuen Präsidenten gewählt. Danilo Medina Sánchez von der regierenden Partei der Dominikanischen Befreiung wird von nun an das Land regieren.
  Infofactory – Webagentur in Brugg & Zürich